Montag, 26. November 2012

Cape Coast


Letzte Woche hatten wir die letzten Vorbereitungen für die erste Abschlussprüfung gemacht. Gestern übergaben wir die Aufgaben Verena und sie hat sie gleich in den Laptop geklopft. Der Unterricht spezialisiert sich jetzt gerade auf das, was wir in den letzten Wochen gelernt hatten um den Stoff zu perfektionieren, damit wir alle durchbringen. In Mathematik sieht man jetzt die ersten Schwierigkeiten bei den Divisionen, da einige einfach noch ein bisschen länger brauchen. Im Großen und Ganzen gehe ich aber mit einem guten Gefühl in die Sache und ich bin mir ziemlich sicher, dass es der Großteil bestehen wird.



Freitags machten wir uns gegen 12 auf den Weg nach Cape Coast, eine der drei größeren Städte an der Goldküste von Ghana. Unser Hauptausflugziel war das Cape Coast Castle und die damit verbundene Geschichte der Sklaverei. Unter der Woche haben wir dann noch den Kankuum Nationalpark im Reiseführer gefunden, der einen Baumkronenweg in rund 50 Metern Höhe beinhaltet.
Naja freitags jedenfalls wollten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg nach Cape Coast machen, da wir wussten dass es, wie der letzte Trip, ein langer Weg wird. Da das Taxi aber 1 Stunden Verspätung hatte, war eh irgendwie klar, schlugen wir die Zeit noch in der Schule tot. Als das Taxi dann eintraf, fuhr es noch 1 Kilometer in die falsche Richtung, bis wir ihn darauf aufmerksam machten, dass wir nach Nsawon und nicht nach Koforidua wollen. Er wendete rasch und wir machten uns munter auf den Weg nach Nsawon. In der Stadt wechselten wir dann das Fahrzeug und fuhren mit dem TroTro weiter nach Accra. Die 1 stündige Fahrt kannten wir schon ganz gut und sie war deswegen auch weniger aufregend für uns. In Accra angekommen ließ uns der Busfahrer bei der Central Station aussteigen und mehrere Leute zeigten uns den Weg zur nächsten TroTro Station. Auf den Weg dorthin durchquerten wir kleine Gassen und Karin riss ein Riemen beim Flip Flop. Da aber sowieso jedes 7 Geschäft, Schuhe verkauft und herrichtet mussten wir auch gar nicht lange suchen bis uns ein junger Mann für umgerechnet 40 Cent den Flip Flop wieder fixierte. Nach diesem kurzen Aufenthalt machten wir uns aber wieder auf den Weg zur Station. Zwischendurch lernten wir noch Boris, ein Ghanaer mit Brille der gegen 30 Jahre alt war, kennen. Er erzählte uns, dass er einige Zeit in Deutschland verbracht hatte und seine Deutschkenntnisse machte das auch deutlich. Wir tauschten nur kurz Informationen aus, mussten uns dann aber auch schon wieder auf den Weg machen, da die Zeit schon etwas kurz bemessen war und wir unbedingt vor der Dunkelheit in Cape Coast sein wollten. Nach einem kurzen Marsch von 10 Minuten gelangen wir dann zum „Busbahnhof“ und stiegen dann auch gleich in einen kleinen Stadtbus. Dieser beförderte uns dann innerhalb von 20 Minuten nach Kaneschi, eine der größten TroTro Stationen von Accra. Wir bereiteten uns auf eine lange Suche vor, wurden aber „glücklicherweise“ gleich fündig. Gegen halb 3 fuhren wir dann von Accra weg und machten uns auf den 4 stündigen Weg die Küste entlang. Die Straßen waren in guten Zustand, nur das die Bodenwellen weniger als Geschwindigkeitsbegrenzung sondern als Zierden gebaut wurden. Trotz alledem ging die Fahrt gut dahin und wir hatten das Gefühl ganz gut in der Zeit zu liegen. Ich legte meinen Kopf auf die Kopflehne meines Vordermannes und versuchte ein kleines Nickerchen zu machen…


Kurz nachdem ich meine Augen schloss und gedanklich schon wieder beim Meer war, machte es einen Schnalzer und der Hintere Linke Reifen platze auf der Schnellstraße. Wir hatten Glück, das wir gerade auf einer geraden Straße und nicht zu schnell unterwegs waren, so konnte das TroTro nach gut 200 Metern, neben der Straße, zum Stillstand kommen. Erschrocken und mit einem erhöhten Puls, verließen wir das TroTro und inspizierten den kaputten Reifen bzw, dass was davon noch übrig war. Ironischerweise redeten wir noch eine Woche davor, dass es bis jetzt noch nie passierte und wir nur darauf warten, bis es mal soweit kommen wird. Naja im Endeffekt nutzten wir die Gelegenheit um eine zu qualmen und auf die „Toilette“ zu gehen, während unser Fahrer den Reifen wechselte. Durch die Art uns weise wie er sich anstellte merkte man schnell, dass er bis jetzt nur als Fahrer fungierte und wahrscheinlich noch nie etwas reparierte. Er stellte den Wagenheber ein und probierte ob er den restlichen Wagen, mittels Steine in der Luft hält. Funktionierte natürlich nicht und die Steine zersprangen, der Wagen krachte mit einem Satz wieder zu Boden. Sein fragender Blick, war mehr als deutlich und ich dachte mir, dass wir jetzt wahrscheinlich eine lange Wartezeit haben werden. Nach 20 Minuten fuhr aber schon das nächste TroTro zum Straßenrand und der Fahrer half uns den Reifen zu befestigen. Nach diesem kurzen Erlebnis nahmen wir wieder im Bus Platz und erfreuten uns auf weitere 90 Minuten Fahrzeit. Die restliche Fahrt verging eher „ruhig“ und wir erreichten Cape Coast gegen 19 Uhr. Aus dem TroTro ausgestiegen und in ein Taxi umgestiegen fuhren wir dann auch schon Richtung Oasis Beach Club, dass direkt am Strand seinen Standort hatte.


Die Anlage war mit einem großen Freiluftrestaurant bestückt und der Besitzer war ein Deutsch-Türke, der vor 10 Jahren nach Ghana zog. Direkt im Anschluss zum Restaurant schmückte noch eine kleine Runde Bar den großen Eingangsbereich. Von dort aus ging es dann auch schon zum Strand, wo sich der weiße Sand bis zu den Stufen ansammelte. Wir gingen schnell zur Rezeption, gaben unsere Namen bekannt und nahmen den Schlüssel für unsere Hütte entgegen. Die Schlafräumlichkeiten befanden sich im hinteren Bereich der Anlage und bestanden aus Rundhütten im afrikanischen Stil. Die Außenwände waren mit Ghanaischen Zeichen bemalt. Des Weiteren folgten normale Duschen und Toiletten. Wir verstauten kurz unsere Sachen im Zimmer und machten uns dann auf den Weg zum Vorderbereich um unsere Essen zu bestellen. Ich aß einen Hummer, einfach weil ich bis jetzt noch nie einen gegessen habe, Karin bestellte sich einen Cheeseburger und Julia aß Käse Makkaroni. Die Mahlzeiten waren fantastisch und wir freuten uns über ein bisschen Abwechslung. Das Resort wurde hauptsächlich von Volunteers genützt, was die Anzahl der weißen Leute nur deutlich machte. Am späten Abend tranken wir noch eine Kleinigkeit und spielten Karten. Als es dann aber doch schon später wurde gingen wir Richtung Bar, die zu diesem Zeitpunkt schon richtig gefüllt war. Am hinteren Ende der Bar, sprach ich noch mit einem Rastafari aus Cape Coast, der ein kleines Lokal in Strandnähe führt. Unsere Gespräche führten uns über die kulturellen Unterschiede unserer Leute, die Vergangenheit von Ghana und was nicht alles falsch läuft in dieser Welt. Wir führten dann noch ein paar Gespräche mit den Einheimischen, tranken noch ein bisschen und gingen gegen ein Uhr ins Bett.


Am nächsten Tag standen wir zeitig auf und den Kater den ich erwartete schien sich doch noch schön in Grenzen zu halten. Ich nutzte die Gunst der Stunde um in den Morgenstunden ein paar Fotos am Strand zu schießen. Da ich von Ghana vor meiner Reise eher weniger wusste, war mir nicht bewusst welche Schönheiten mich hier erwarten würden. Ich war von meinen bisherigen Reisen schon sehr von diesem Land begeistert und freute mich deshalb umso mehr, wenn wir uns wieder auf den Weg machten um neue Landstriche oder Strandabschnitte unter die Lupe zu nehmen. In diesen Fall war es ein langer weißer Strand, wo links, gut 200 Meter, von meinen Aussichtspunkt das Cape Coast Castle stand und rechts der Strand nach ein paar Kilometern hinter einem Hügel verschwand.

Die Sonne spiegelte sich im Wasser wieder und es herrschte reger Wellengang. Fasziniert von dem Ausblick, blieb ich noch ein paar Minuten stehen und beobachtete ein paar Kinder beim Spielen und Baden. Gegen 7 Uhr gingen wir wieder in den vorderen Bereich und orderten unser Frühstück. Ich und Julia aßen ein „Ironman“ Müsli und Karin verzehrte ein Omlett. Gut gefüllt von dem Frühstück gingen wir Richtung Stadt und machten uns auf den Weg zum Kankuum Nationalpark. Wir trafen 2 Volunteers aus den Niederlanden und teilten uns ein Taxi mit ihnen. Dem Taxler schien es nichts auszumachen und nahm uns, obwohl wir einer mehr waren, im Auto mit. Auf dem Weg zum Park mussten wir 2-mal halten weil wir zu einer Polizeikontrolle kamen. Vor der ersten musste Julia aussteigen damit die Polizisten nicht sehen, dass eine Person zu viel im Fahrzeug sitzt. Die Polizisten bekamen das natürlich mit, und verlangten von ihm 5 Cidis für dieses „Vergehen“ des Weiteren durften dann auch eine Person mehr im Auto sitzen, den Sinn muss man einmal verstehen. Auf alle Fälle kamen wir dann nach einer 30 Minütigen Fahrt zu dem Nationalpark. Am Eingang mussten wir dann 15 Cidis zahlen da wir Volunteers sind, normalerweise 30 Cidis, was für Ghanaische Verhältnisse eher teuer ist. Wir zahlten den Eintritt und wurden einer großen Gruppe, die aus einer Klasse mit ca. 40 Schülern, ein paar Reisende und einem Indischen Paar, wo der Mann in Ghana arbeitet, zugeordnet.

Wir gingen einen kurzen Weg durch den Busch bis wir dann zur ersten Plattform des Baumkronenwegs kamen. Während der Wald vor uns an Höhe verlor, verlief eine Hängebrücke von der ersten Baumkrone ca.  50 Meter zur nächsten. Während wir anfangs noch warten mussten, die Schüler hatten den Vortritt, unterhielt ich mich mit dem indischen Mann. Wir erfragten unsere Herkunftsländer und redeten dann aber schnell über Ghana. Er gab mir seine E-Mail Adresse und ich versprach ihm, dass ich ihm die Bilder vom Ausflug schicke.

Von der Hängebrücke aus hatte man einen unglaublichen Ausblick in die Weiten es Waldes. Bäume die bei uns normale Größe haben, erreichen hier maximal die Hälfte dieser Bäume. Leider konnten wir keine Tiere beobachten, da es durch die große Gruppe zu laut war. Es waren Insgesamt 6 Hängebrücken die in einem Halbkreis positioniert wurden. 

Da die Brücken auch noch zum Wackeln neigten, gab es den ganzen noch einen mulmigen Beigeschmack. An der äußersten Plattform stand man in etwa 300 Meter tief im Wald und man konnte den Geräuschen der Tiere lauschen. Leider dauerte dieser Ausflug nicht allzu lange und wir verließen den Bereich innerhalb von 30 Minuten. Wir gingen dann auch rasch wieder aus dem Busch hinaus wo uns schon die nächste Gruppe entgegen kam. Am Eingang gab es dann noch einen Souveniershop und ein kleines Restaurant. Wir rauchten noch eine im Außenbereich und kauften uns ein Eis. Im Eingangsbereich trafen wir dann noch die indische Familie, die uns eine typisch indische Speise anbot. Nach dieser kleinen Zwischenmahlzeit, fuhren wir dann mit dem Taxi wieder zurück nach Cape Coast.

Wir erreichten unser Hotel am frühen Nachmittag und nutzen das schöne Wetter um im Ozean schwimmen zu gehen. Die Wellen waren um einiges höher als in Kokrobite (Big Millys) und in 200 Meter Entfernung sah man die Brandung der Wellen bei der Burg. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir dann in gemütlicher Atmosphäre am Strand und bei der Bar. Während wir am Strand lagen sahen wir wie einige Einheimische und der Besitzer des Hotels wie sie einen riesigen Menschen aus Holz am Strand aufstellten. Durch Nachfragen erfuhren wir, dass dieser um Mitternacht niedergebrannt wird. Einen größeren Hintergrund hatte diese Zeremonie aber nicht.
Am Abend aßen wir dann noch mal so richtig und tranken ein bisschen was um uns in Stimmung zu bringen. Leider war die Musik die sie in der Bar spielten eher schlecht als Recht und ging uns mit der Zeit auf die Nerven. Trotz Alledem hatten wir ein paar gute Gespräche und es war im Endeffekt eine gelungene Nacht. 
Das Verbrennen des Holzmenschen war dann noch das Beste und sehr eindrucksvoll zum Anschauen. Wir gingen gegen 3 Uhr erschöpft ins Bett und freuten uns auf den morgigen Ausflug zum Cape Coast Castle.

Am Sonntag standen wir dann gegen 7 Uhr auf und ich machte noch ein paar Fotos am Strand. Wir gingen dann noch schnell frühstücken und machten uns um 9 Uhr auf den Weg zur Castle. Beim Eingang zahlten wir einerseits den normalen Eintrittspreis und anderseits fürs fotografieren. Wir wurden dann gleich einer kleinen Gruppe zugeordnet und die Führung begann sofort. Es ist die jüngste von drei Sklavenburgen und wir durchliefen die einzelnen Zonen die, die Sklaven durchliefen. 

Wir erfuhren schreckliche Geschichten über die Vergangenheit von Westafrika und die ständigen Kriege zwischen den Kolonien. Auf der Mauer die zum Ozean schaut waren überall Kanonen aufgestellt. Bei einem großen Tor das zum Strand führt stand mit großer Schrift „way of no return“. Sklaven die zu dieser Station kamen wurden ausnahmslos auf die Schiffe geschickt und nach Amerika verschifft. Die Sklaven wurden bis zu drei Monate in den Kammern eingesperrt und hatten weder eine Stelle wo sie aufs Klo konnten noch einen Zugang zu Wasser.




Hin und wieder wurde ihnen Essen durch die Luftschlitze geschmissen. Nach der Besichtigung rauchten wir noch eine und schauten uns bei den Ständen innerhalb der Mauer um. Gegen Mittag waren wir wieder im Resort und verweilten dort gute 3 Stunden. Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zurück in unser Dorf und die Reise verlief bis auf die üblichen Aussetzer reibungslos. Bei der letzten Fahrt mussten wir noch mit einem Taxifahrer über den Preis streiten, kamen aber dann mit ein bisschen Aufschlag gegen 8 Uhr bei unserer Unterkunft.

Freitag, 9. November 2012

Ashanti Region


Die Schule war letzte und diese Woche sehr ruhig und dementsprechend ereignislos. Letzten Mittwoch schrieben wir ein Exam, als Vorbereitung auf die Zwischenprüfung  in Mathematik, das alle Schüler bestanden. Die ersten großen Zwischenprüfungen sind in 3 Wochen und wir fangen diese Woche an den Stoff und die Prüfung vorzubereiten. Verena hat jetzt auch beschlossen, dass wir 2 Schulmannschaften in Fussball machen, wobei diese Woche jede letzte Stunde als Training genutzt wurde um die Spieler festzulegen.

Da der Freitag abermals ein Feiertag war, beschlossen wir uns auf den Weg zum Bosumtwi See, in der Ashanti Region, zu machen. Wir wussten, dass es dieses Mal eine lange Fahrt wird und deshalb nutzten wir den weiteren freien Tag um die Zeit voll und ganz auszuschöpfen.




Um 8:30 am Freitag starteten wir mit dem Taxi von Kwamekrom Richtung Adawso, wo gerade Markt anfing zu blühen. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, lies ich mir die Chance nicht entgehen um meinen Wangen wieder mal eine Rasur zu verschaffen. In der Stadt gibt es einen kleinen Salon, wo dir der Besitzer für umgerechnet 40 Cent die Haare aus dem Gesicht entfernt. Gesagt, getan machten wir uns nach einem kurzen Bummeln mit dem TroTro auf den Weg nach Koforidua, wo wir mit dem Metrobus weiter fahren wollten. In Koforidua angekommen, machte uns die Sonne wieder zu schaffen und wir versuchten uns schnell zu orientieren um die Weiterfahrt zu sichern. Wir fragten auf den Weg durch die Stadt noch ein, zwei Händler ob der Metrobus oder das TroTro für den Weg nach Kumasi besser wäre. Sie erwiderten nur „Metro“ und zeigten uns den Weg durch die Straßen und Gassen zu einem großen Parkplatz. Die Bussen standen in Reih und Glied, doch leider nur die, die in eine andere Richtung fuhren. Ich erkundigte mich im Büro, das ein kleiner Raum mit einem Fenster war wo das Licht, aufgrund der Rollläden, nur spärlich den Raum aufhellten, über den Aufenthaltsort des Busses der nach Kumasi fährt. Ein Mitarbeiter sagte mir, mit einem gebrochenen Englisch, dass wir noch einige Minuten warten mussten und im Warteraum platznehmen können. Aus den „einigen Minuten“ wurden dann 1 ½ Stunden, was auch irgendwie zu erwarten war. Während der Wartezeit suchten wir die „Sanitäranlangen“ auf und mussten feststellen, dass es ein schräger Flies Boden ist, wo man im Urin der Unmengen der Vorgänger stand. Für dieses Vergnügen mussten wir dann noch 20 Perseus zahlen. Als der Bus dann endlich eintraf, mussten die Mitarbeiter dann noch im Hauptquartier der Busbehörde die Tickets besorgen, weil sie ja in den eineinhalb Stunden keine Zeit hatten! Nach weiteren 20 Minuten konnten wir dann endlich in den Bus steigen und uns auf den Weg machen. Der Bus war bis zum letzten Platz gefüllt, Karin und Julia hatten das Vergnügen neben einer Dame platziert zu werden, die alleine die Hälfte der Dreiersitzreihe einnahmen und mussten geschlagenen 4 ½ Stunden mit dieser Situation klarkommen. Ich saß neben einem Typen den ich beim Busbahnhof kennen gelernt habe. Während der Fahrt tauschten wir Informationen über unsere Länder aus und in Kumasi zeigte er mir ein paar Sehenswürdigkeiten (z.B. Kwame Nkruma Universität).

Kumasi war die Hauptstadt von der Ashanti Region und die 2. Größte Stadt in Ghana. Dementsprechend war das Aufkommen der Leute enorm und wir kamen bei dem dichten Verkehr und erschwert weiter. Je weiter wir in die Stadt vorstießen desto eher merkten wir wie groß der Markt ist. Durch einen kurzen Wortwechsel mit Jesse (Typ vom Bus) fand ich heraus, dass Kumasi den 2. Größten Markt im Westafrikanischen Raum hat. Diese Information erklärte dann auch das Bild was sich uns bot. Wenn ich so hier sitze, fällt es mir schwer die Größe in Worten zu fassen.  Tausende Leute gingen ihrem Geschäft nach und überquerten überall die Straßen, durch dieses Überqueren wurde dann auch der Stau immer mehr und die Autos bewegten sich mit 10 km/h durch die Straßen. Die Stände der Händler nahmen den größten Teil des „Gehsteiges“  ein und ein paar standen sogar auf der Straße. Sollte ein Auto mal zum Stillstand kommen, rannten gleich 5-10 Leute her und wollen den Leuten im Fahrzeug was verkaufen. Der Metrobus ließ uns bei einer kleinen Station aussteigen und wir folgten Jesse durch die Menschenmenge die sich über eine Strecke von ungefähr 2 Kilometern zog, und das war nur der Weg ins Zentrum der Stadt. Von dort aus fuhren mit einem TroTro zu einer größeren Station. Der Kassier im TroTro rief im 3 Sekundenturnus den Namen des Busses um die Leute auf ihn aufmerksam zu machen. Einmal sprang er während des fahren hinaus (die Tür war eigentlich fast immer offen) und tauchte 1 Minute später wieder auf, wobei das TroTro weiter fuhr. Ein ziemlich ein schräger Vogel. Bis auf eine indische Familie, sahen wir nur Ghanaer die ihrer Arbeit nachgingen um den Tageslohn zu verdienen. Durch diese unmögliche Anzahl an Händlern versuchen sie sich immer mit dem Preis zu unterbieten bis sie irgendwann so niedrig sind das sie nichts mehr verdienen und mit Null aussteigen. Als wir uns langsam aus dem Zentrum entfernten wurde nahm auch die Masse an Menschen wieder ab. Da die Sonne sich langsam verabschiedete und die Nacht langsam wieder die Oberhand gewann hatten wir ein bisschen Stress, das wir den See rechtzeitig erreichen. Wir erwischten glücklicherweise gleich das richtige TroTro und konnten die Weiterfahrt nach einem 10 Minütigen Aufenthalt fortführen. Als ich im Bus saß und noch kurz einen Blick aus dem Fenster warf, sah ich eine Frau die, wahrscheinlich Aufgrund der Kultur, einen Rucksack auf den Kopf trugJ.

Als wir mit dem Bus Stadtauswärts auf einer Landstraße fuhren, spielte sich eine Szene ab wie ich sie noch nie erlebt hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite fuhr ein Lkw Rückwärts die Straße entlang. Ein Mann saß auf dem Beifahrersitz und der Fahrersitz war leer. Als wir dann noch einen Mann, mit den Holzstappel als Bremse in den Händen, nachrennen sahen, ahnten wir fürchterliches. Der Lkw schlug nach 30 Metern ein und überquerte die Straße vor uns mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h. Auf unserer Seite der Straße schoss er dann über die Böschung hinaus und war dann nicht mehr zu sehen. Als wir vorbeifuhren sahen wir dass der Lkw, gegen mehrere Bäume krachte bis er dann zum Stillstand kam. Ich konnte den Beifahrer nicht mehr erkennen und hoffte, dass ihm nichts passiert ist. Nach diesem schockierenden Anblick, wobei unser TroTor-Fahrer nicht einmal stehen blieb, fuhren wir weiter Richtung Bosumtwi See. Die Sonne war inzwischen vollkommen verschwunden und die Nacht verdunkelte das gesamte Gebiet. Wir erreichten eine kleine Ortschaft und verließen den Bus bei einer Haltestelle. Da wir nicht genau wussten wo unser Hotel war, mussten wir einen Taxifahre um Rat bitten. Zu unserem Pech vertrauten wir den Taxler blind und er fuhr uns als erster 5 Kilometer in die falsche Richtung und dann kamen wir irgendwo in der Pampas zum Stillstand und konnten uns überhaupt nicht orientieren. Wir riefen beim Hotel an und gaben den Fahrer das Telefon, da wir den Besitzer des Hotels selber nicht verstanden. Er telefonierte kurz mit dem Hotelbesitzer und es stellte sich heraus, dass das Hotel in dem Dorf war wo das TroTro uns ausstiegen lies. Kurzerhand fuhren wir dann zurück. Der Taxifahrer verlangte dann noch 10 Cidis, wir schüttelten den Kopf und überreichten ihm dann das Geld. Da es zu diesem Zeitpunkt schon gegen halb 9 war, checkten wir noch schnell ein.

Von außen machte das Hotel einen gemütlichen Eindruck, ein großer Parkplatz mit einem kaputten Mercedes schmückte die Einfahrt, dahinter waren die Rezeption und die Zimmer. Ein Mann saß vor dem Eingang und horchte einen Ghanaischen Radiosender und begrüßte uns mit einem Lächeln. Die Frau bei der Rezeption überreichte uns den Schlüssel und wir gingen, vor Erschöpfung, lautlos ins Zimmer. Julia und Karin teilten sich ein Doppelzimmer und ich wurde in einem Einzelzimmer beherbergt. Es war ein gemütliches Zimmer, mit einem sauberen Bett. Ein Spiegel mit einem kleinen Tisch davor wurde auch noch irgendwie in den Raum gepresst. Meine Dusche und die Toilette waren am Gang, was mir aber nichts ausmachte. Am Abend gingen wir noch in die kleine Bar die beim Hotel inbegriffen war. Nach dem wir noch kurz was aßen und was tranken machten wir uns aber auch schon wieder auf den Weg ins Bett. Am Samstag machte und der Blick in Himmel leichte Sorgen das der gesamte Horizont mit Wolken bedeckt war. Anfangs dachten wir, wir können das Baden vergessen da die Temperaturen auch nicht so mächtig waren.

Eine Stunde später verzogen sich aber die Wolken und die Sonne breitete sich über den Himmel aus. Die Temperaturen stiegen gleich mit unserer Motivation. Zum Frühstück gab es dann noch Fisch mit Reis, naja das wiederum schlug uns ein bisschen auf den Magen. Nach diesem sättigenden Frühstück gingen wir noch schnell auf die Zimmer und packten alles, für den Tag am See,  zusammen. Wir machten uns auf den Weg zur TroTro Station und verhandelten mit den Taxifahrern unseren Preis. Der erste war uns mit 4 Cidis zu teuer, da aber gleich einer neben im Stand und uns beim Gespräch zuhörte, fuhr er uns für 3 Cidis. Die Straße auf den Weg zum See war in einem katastrophalen Zustand, wurde aber, wie wir hörten, erneuertJ. Für das passieren der Straße zum See mussten wir dann noch 1 Cidi zahlen und dann noch 5 Cidis fürs besichtigen des Sees.

Am See unten trafen wir dann 2 weitere Volunteers aus Deutschland, die wir auch in Aburi trafen. Wir unterhielten uns kurz und tauschten Informationen über unsere Organisationen aus. Da die Temperaturen weiter stiegen und dies, unter anderem, ein Badesee war, bekamen wir immer mehr Lust auf Schwimmen. Wir schauen uns am See ein bisschen um und fanden dann eine kleine Anlaufstelle, wo man Tretboote ausleihen konnte. Nach dem wir, wie sonst immer, feilschen mussten, drückten wir den Preis noch ein bisschen runter und fuhren dann eine Stunde auf den See hinaus. 100 Meter vom Ufer entfernt hielten wir kurz an und ich und July nutzt die Gunst der Stunde und gingen ins Wasser. Von außen sah der See relativ sauber aus, wenn man jedoch untertauchte konnte man nichts als eine grüne Brühe sehen. Wir blieben dann im Endeffekt auch nicht lange drinnen und drehten noch ein paar Runden mit dem Boot. 

Am Ufer angekommen übereichten wir den warteten Verleiher das Geld und machten uns auf den Weg zu einer kleinen Bar. Wir tranken noch etwas und berieten uns, wie wir den restlichen Tag verbringen sollen. Wir beschlossen uns für einen kleinen Rundgang am Ufer um das umliegende Gebiet zu erkunden. Bei einer kleinen Anlage von einem Hotel waren Liegen ausgebreitet und wir erfragten ob die Benützung, auch wenn wir keine Kunden von dem Hotel sind, in Ordnung ginge. Unsere Frage wurde mit einem Nicken beantwortet und wir breiteten uns nebeneinander aus. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit liegen und Karten spielen.

Gegen Abend hin aßen wir noch eine Kleinigkeit und suchten dann im Anschluss nach einem Taxi um den Weg zu unserem Hotel zu sichern. Die Suche dauerte nicht lange und wir saßen schon einem Auto und fuhren die Serpentinen hinauf, zurück zu unserem Hotel.

Am Abend gingen wir noch in eine kleine Bar in der Nähre unserer Anlage, wir tranken noch ein Bier und spielten eine Runde Canasta. Den restlichen Abend verbrachten wir noch mit dem Verspeisen von österreichischen Spezialitäten, da wir alle in der letzte Woche unsere Pakete erhielten, die unter anderem Wurst und andere Köstlichkeiten enthielten. Wir gingen an diesem Abend aber dann noch zeitlich ins Bett, da die Herfahrt zu dem See schon 11 Stunden dauerte und wir auf keinen Fall im Finstern ankommen wollten.
Bei der Rückfahrt zu unserem Dorf verlief relativ ruhig, bis auf die üblichen Szenen. Kaputte Straßen und Autos, gefolgt von stressigen Ghanaern die uns alles verkaufen wollten. Vollgestopfte TroTros und eine unheimliche Hitze begleiteten uns dann noch bis nach Adawso. In Adawso suchten wir uns ein Taxi und wir fanden, das wohl kaputteste Auto in dem ich jemals gesessen bin. Wir hatten Angst, dass uns das Auto unter den Füßen auseinanderbricht, was dann zu unserem Glück nicht passierte. Als wir jedoch zum letzte Hügel vor unserem Haus kamen, kam auch das Taxi zum Stillstand und wir mussten rausspringen uns es zu dritt über den Hügel schiebenJ. War aber im Vergleich zu dem, wie das Fahrzeug aussah noch das Geringste was passieren konnte.


Montag, 29. Oktober 2012

Boti Falls 2. Versuch

Die Schnitzeljagd die wir in der Schule ausprobierten, war ein voller Erfolg. Wir machten 4 Teams, wir entschieden am Vortag noch wer in dem jeweiligen Teams ist, da wir die beste Mischform an Leuten haben wollten. Jede Mannschaft bekam eine Karte mit dem Schulgelände und den Auftrag bei den markierten Feldern nach den mathematischen Aufgaben zu suchen. Sobald eine Gruppe eine Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erfüllte, bekam sie das nächste Versteck verraten. Anfangs merkten wir, dass es ihnen mit der räumlichen Übertragung von der Karte zum richtigen Gelände relativ schwer fällt. Nach ein paar Tipps, wo sie sich am besten orientierten, funktionierte es aber tadellos und die Teams gingen mit vollem Einsatz zur Sache. Es war auch unglaublich angenehm zu beobachten, wie sie im Team arbeiten, was wir natürlich auch als Aufgabe stellten. Wir gaben ihnen 2 Stunden für die Schnitzeljagd Zeit, was wir als sehr knapp berechneten, wollten aber sehen ob es einer Mannschaft gelingt, die Rechnungen zu lösen. Am Anfang war es noch ein Kopf an Kopf rennen zwischen allen Teams, bei der Hälfte der Rechnungen jedoch, ging es zwischen 2 Teams sehr knapp her. Als es dem Unterricht zu Ende ging konnte sich ein Team beweisen und sicherte sich den 1. Platz. Als Trophäe überreichten wir Wasser und Süßigkeiten, über die sich die Mannschaft sehr freute. Wir werden diese Schnitzeljagd jetzt jeden letzten Donnerstag im Monat machen, wir haben uns auch überlegt, dass wir beim nächsten Mal Geodreiecke und andere Schulmaterialien an den 1. Platz verteilen.

Nach dem höchst interessanten gruppendynamischen Spiel sicherten wir auch noch die Konzentration für den restlichen Tag und konnten mit guten Fortschritten weiter arbeiten. In der letzten Stunde hatten wir Sport und wie jeden Donnerstag hatte ich Fußballtraining mit unserer Klasse. Ich sprach kurz mit Verena und holte mir mit ihrem Einverständnis, die losen Autoreifen vom Basketballplatz, die dort als Randmarkierung dienen. Ich platzierte die Reifen am Rand des Fußball Feldes. Immer 2 nebeneinander und 6 in der Länge. Danach besorgte ich mir noch 2 Fußbälle und wartete bis der Englischunterricht vorbei war. 20 Minuten vor dem Unterrichtsende, begann es plötzlich heftigst zu regnen.  Ich war mir dann eigentlich ziemlich sicher, dass das Training, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser fällt. Ich ging in die Klasse und fragte die Schüler, ob sie überhaupt Lust haben, bei diesem Wetter draußen zu trainieren, da der Platz noch dazu aus Schotter und Dreck besteht. Zu meiner Überraschung, standen gleich zwei auf und waren mit voller Begeisterung dabei, sie schafften es dann auch noch die anderen zu motivieren. Mit voller Entschlossenheit machten wir uns auf den Weg zum Fußballfeld, das in diesem Fall einer riesigen Pfütze glich. Es war unglaublich schwierig, normal auf dem Feld zu laufen, noch dazu, weil die Spieler keine richtigen Schuhe haben, sondern entweder barfuß oder mit den Freizeitschuhen unterwegs sind. Wir machten ein kurzes Aufwärmen und Dehnen und starteten dann auch gleich mit Passspiel, Flanken und Abschluss durch. Es war fast unmöglich den Ball normal zu kontrollieren, geschweige denn zu Flanken oder anzunehmen, da er durch die nasse Oberfläche noch schneller wurde. Es kam wie es kommen musste, es wurde eine ungeheure Rutschpartie  und die Schüler sahen nach dem Training aus, als wären sie gerade aus einen Schlammbad gestiegen. Trotz des Drecks und des Regens konnte man ein glückliches Gesicht dahinter erkennen und das Training war ein voller Erfolg.
Da am Freitag ein Feiertag in Ghana war, hatte die Schule geschlossen und wir konnten uns einen Tag früher auf den Weg nach Koforidua machen um die Boti Falls zu bewundern. Da es beim ersten Mal nach 100 Metern mit einer Verletzung endete, wollten wir uns es trotz alledem nicht entgehen lassen und buchten mittwochs schon ein Zimmer in einem Hotel. Nach dem uns die Hotelangestellte ein Doppel- und ein Einzelzimmer zugesichert hatte, machten wir uns über die Übernachtungen keine Gedanken mehr.

Freitagvormittags machten wir uns dann mit Verena und Kwaku auf den Weg nach Koforidua, da sie auch noch Besorgungen zu erledigen hatten. Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir die Stadt und das Aufkommen von den Leuten und Händlern hatte, nach dem letzten Besuch nicht abgenommen. Als erstes versuchten wir unser Glück bei der Post, weil wir mein und Karins Paket, was wir von zu Hause geschickt bekommen hatten, abholen wollten. Die Post hatte natürlich geschlossen und wir müssen jetzt noch bis morgen warten, bis wir es entgegen nehmen können. Ist natürlich schade, weil wir schon seit Dienstag wissen, dass es dort gelagert ist…

Nach dem erfolglosen Auftakt bei der Post, machten wir uns ein wenig verbittert auf den Weg Richtung Stadtzentrum. Ich musste mir noch T-Shirt kaufen, da meine Kleidung nach der Zeit schon etwas knapp wurde und ich in letzter Zeit mit dem Waschen ein bisschen zu nachlässig war. Der Verkaufsraum des Geschäftes war in einem kleinen Raum eines großen Gebäudes, welches Ähnlichkeit mit einem Einkaufszentrum hatte. Rund um das Gebäude waren die Geschäfte, die sowohl innerhalb der Räumlichkeiten, als auch auf dem Gehsteig die Produkte anboten. 

Es waren Elektrohändler, Textilgeschäfte und Ramschhändler die auf zwei Ebenen ihr Sortiment verkauften. Wie auch sonst überall in den größeren Städten waren die Geschäfte und Verkaufsstände auf engen Raum zusammengepresst.  Karin entdeckte in der Zwischenzeit ein Restaurant, das für uns sehr einladend aussah. Nachdem wir alles in der Stadt erledigt hatten, machten wir uns munter auf den Weg zum Hotel. Da ich und Julia letztes Mal schon in Koforidua waren, konnten wir uns schon besser orientieren und fanden auch ziemlich schnell den Weg zum Hotel. Unterwegs hörten wir hin und wieder das Wort Obruni, dass die Kinder und Erwachsenen oft benutzen, wenn sie einen Weißen sehen. Mittlerweile antworten wir immer Obibini, dass wiederum Schwarzer auf Ghanaisch heißt. Wir fragten hin und wieder eine paar Passanten nach dem Weg, die uns dann mit einfachen Englischfloskeln und Händen und Füßen die Richtung angaben. Wir passierten den Jackson Park, wo man Jugendliche und junge Erwachsene beim Billiard oder Tischtennisspielen beobachten konnte. Es befindet sich auch ein asphaltierter Basketballplatz auf dem Parkgelände,  bisher habe ich aber noch nie jemanden spielen gesehen. Abgesehen von einfachen Freizeitbeschäftigungen wird der Jackson Park auch für größere Beerdigungen oder für Festivals (Im Sinne von königlichem Besuch, wie in Aburi) genutzt. Es ist ein riesiges Rechteck, auf dem nur eine Seite mit einer Art Tribüne ausgestattet ist. Abgesehen von den Bewohnern, die sich die Zeit vertreiben, befinden sich unter der Woche und an normalen Wochenenden auch noch die üblichen hölzernen Verkaufsstände. Meiner Meinung nach wirkt es im Großen und Ganzen wie das Fundament eines Fußballstadions, bei dem  man auf die Ebnung und den Bau einer Tribüne verzichtet hat.

Nach dem wir die Leute nur aus dem Augenwinkel betrachteten und den Park relativ schnell durchquerten, näherten wir uns auch schon der Bar, die wir das letzte Mal ausgesucht hatten. Wir entschlossen uns, dieselbe Bar an diesem Abend auch noch aufzusuchen, da wir gute Erfahrungen vom letzten Mal hatten. Wir mussten kurz vor der Bar abbiegen und folgten den Anweisungen eines Polizisten, der uns nicht nur den Weg zum Hotel beschrieb, sondern uns auch noch ein gutes Stück begleitete. Der Weg zum Hotel führte uns von der asphaltierten Straße ab zu einer Art Schotterstraße, Das Bild das uns dort bot, spiegelte die tatsächliche Situation wider, in der sich dieses Land befindet. Kleine Lehmhütten und Kinder die im Dreck vor dem Haus spielen und gegenüber ein größeres Gästehaus, das mit einer, schätzungsweise 2 Meter hohen, Mauer umgeben war. Auf der Mauer wurden Glassplitter festgeklebt, damit ja keiner darüber klettert.

Nach weiteren 500 Metern erreichten wir unser Hotel. Zu unserer Überraschung war auf dem Gelände des Hotels ein Treffen, hochkarätiger Physiotherapeuten Ghanas, und das Aufkommen an Leute war enorm. Wir gingen gleich Richtung Rezeption und wollten uns die Schlüssel für die Zimmer holen. Als wir vor der Theke standen und der Dame dahinter unsere Namen sagten, schaute sie uns im ersten Moment verdutzt an.

Wir wiederholten die Namen und erklärten ihr, dass wir am Mittwoch 1 Doppel- und  1 Einzelzimmer reserviert hatten. Sie schaute uns mit einem abfälligen Blick an und sagte dann, dass, aufgrund der Physiomesse  nur noch ein Doppelzimmer frei ist. Wir glaubten unseren Ohren nicht zu trauen und fragten sie mit einem scharfen Ton, was sich eine Reservierung bringen soll,  wenn man dann doch kein Zimmer bekommt und ob wir jetzt auf der Straße schlafen sollen. Was nämlich noch dazu kommt ist, dass bei einem anderen Hotel die Telefonnummer falsch war, ein anderes war schon ausgebucht und die restlichen Hotels waren viel zu teuer. Als sie unsere Entschlossenheit und den entsetzten Ausdruck auf unserem Gesicht sah, gab sie uns mit finsterem Blick den Schlüssel für das Doppelzimmer und erlaubte uns dort zu dritt zu nächtigen. Kopfschüttelnd wendeten wir und folgten einem Mitarbeiter des Hotels zu unserem Zimmer. 

Er hatte offenbar bessere Laune und zeigte uns die Räumlichkeiten und den dazugehörenden Balkon. Als wir mit dem „Rundgang“ fertig waren, schlossen wir hinter ihm das Zimmer und waren für ein bisschen Ruhe dankbar. Als das Zimmer dann noch eine halbwegs normale Dusche und ein Klo mit Spülung hatte, war der Frust schon fast wieder verflogen. Wir rauchten als erstes gemütlich eine auf dem Balkon und gingen dann nach einander duschen. Das Zimmer hatte auch einen Fernseher mit drei Sendern. Nach dem die Bild und Tonqualität nicht überzeugte und die einzelnen Berichte und Serien, meiner Meinung zu viel Bollywood Einflüsse hatten, war es weniger ein entspannendes Fernsehen, als eine Zumutung. Aber nach dem wir seit 1 ½ Monaten zum ersten Mal einen Fernseher hatten, begnügten wir uns auch mit dem hier Gezeigtem. Als wir alle mit dem Duschen fertig waren, das zu diesem Zeitpunkt auch schon bitter notwendig gewesen war, machten wir uns mit knurrendem Mägen auf den Weg zur Innenstadt um das Restaurant aufzusuchen, dass Karin schon Mittag entdeckt hatte.

Dort eingetroffen, wurden wir gleich von einem Kellner zu unserem Tisch gebracht, der sich im hinteren Teil des Restaurants befand. Es war ein, für ghanaische Verhältnisse, modern eingerichtetes Gebäude. Die Tische waren relativ sorgfältig gereiht und die Speisekarte hatte eine große Auswahl an Spezialitäten, inländische wie auch ausländische. Auf jedem Tisch war eine künstliche Blume platziert und ein Bild von Jesus beobachtete dich beim Essen. Im hinteren Bereich des Restaurants befand sich ein klimatisierter kleiner Raum mit 3 Tischen. Die einzigen die Gäste außer uns, waren ein älterer gebürtiger Italiener, der auf mich wirkte als würde er schon auf die 100 zu galoppieren. Er war sehr dünn und die Oberfläche der Haut wirkte ledrig- wohl der Einfluss der ghanaischen Sonne. Der gebürtige Sardinier, lebt seit mittlerweile 20 Jahren in Ghana, erfuhren wir aus einem Gespräch. Wir studierten die Speisekarte und ich entschied mich für Fried Plantain with chicken, Julia bestellte sich chicken with chips and green pepper und Karin orderte sliced chicken with vegetables and chicken. Das Essen schmeckte herrlich und die Abwechslung zum sonstigen Essen tat uns wieder einmal gut. Nach dem Verzehr des Essens und dem Bezahlen, folgten wir unserer Nase Richtung Bar. Die Nacht war schon angebrochen und die Sonne hatte sich schon vor einer halben Stunde verabschiedet.
Als wir die Bar erreichten, bekamen wir auch gleich einen Sitzplatz und der Kellner erkannte mich und Julia vom letzten Mal. Nach einem kurzen Smalltalk orderten wir unsere Getränke, quatschten noch kurz und fingen dann an Stadt, Land, Fluss zu spielen. Hin und wieder verdrückten wir uns hinter die Ecke um eine zu rauchen, da die Bar nach wie vor ein Nichtraucherlokal war. Ich nutzte die Chance und schaute, ob der Hund vom letzten Mal noch da war. Nach vorsichtigem Annähern, hörte ich schon das Knurren, was mir in diesem Moment auch reichte um wieder umzudrehen. Im Laufe des  Abends machten mir Kopfschmerzen zu schaffen und ich spürte, dass mir immer kälter wurde. Ich fragte die zwei Mädels, ob es ihnen ähnlich ginge. Sie verneinten meine Frage und betonten noch, dass ihnen eher heiß ist. Ich hoffte nur, dass ich kein Fieber bekomme, weil dann der 2. Versuch um die Wasserfälle zu sehen im Eimer wäre. Als wir uns dann nach einer weiteren Stunde langsam auf dem Weg machten wurde es nicht besser und ich wollte nur mehr nach Hause. Zu unserem Glück war das Hotel nicht weit von der Bar entfernt und wir kamen innerhalb von 20 Minuten an. Im Zimmer eingetroffen, schnappte ich mir die Decke, legte mich nieder und hielt mir den Kopf, der schon langsam zu glühen begann. Ich richtete mich später nur noch auf, um schnell die Zähne zu putzen, fiel aber dann gleich wieder ins Bett und schlief wie ein Stein.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit einem besseren, aber noch nicht optimalen Gefühl. Mein erster Blick wanderte zu Karin um ihr alles Gute zu wünschen, sie hatte letzten Samstag Geburtstag. Nach einem zweimaligen Wenden, richtete ich mich auf, ging ins Badezimmer und putze mir die Zähne. Ich ging anschließend auf den Balkon um eine zu rauchen und beobachtete die Geier und anderen Vögel, die im gegenüberliegenden Haus die Mülltonnen plünderten. Als wir alle nacheinander unsere morgendlichen Rituale erledigt hatten, machten wir uns munter auf den Weg Richtung Innenstadt um zu frühstücken. Wir gingen nochmals zum selben Restaurant, da wir uns am Vorabend dort sehr wohl gefühlt hatten. Leider ließ das Frühstück mehr als zu wünschen übrig, da mehr als die Hälfte der Speisen nicht vorhanden war und der Kellner nicht mitschrieb und deshalb alle 2 Minuten erneut kam, um zu fragen was wir bestellt hatten. Als wir uns dann schließlich alle für Scrambled Eggs entschieden hatten, wurde unser Hunger doch noch befriedigt. Im Laufe des Vormittags deckten wir uns noch mit Wasser ein und machten uns auf dann auf den Weg zur TroTro Station, um zu den Wasserfällen zu fahren. Wir fanden sehr schnell das richtige TroTro und mussten dann auch nicht allzu lange warten, bis es gefüllt war. Innerhalb von 15 Minuten waren wir schon auf den Weg und die Straße nahm ihre ursprüngliche Form an. 

Bei dem Wasserfall angekommen, wollten wir uns, wie beim letzten Mal, noch schnell hinter die Mauer verdrücken um eine zu rauchen. Auf den Weg dorthin, schrie uns ein Mann vom gegenüberliegenden Dorf zu und sagte, dass wir auch bei ihm rauchen können. Ohne lange darüber nachzudenken, machten wir uns auf den Weg dorthin und kamen auch gleich ins Gespräch. Wir erzählten ihm, dass wir schon vor einem Monat hier waren und aufgrund einer Verletzung wieder umkehren mussten.


Da er selber bei dem Wasserfall arbeitet, konnte er sich an die Geschichte erinnern und erzählte uns, dass die Mitarbeiter an uns gedacht hatten und gehofft hatten, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Zu unserem Glück redete er mit den Leuten am Eingang und wir mussten keinen Eintritt mehr bezahlen und das ist eine Sache, die ich den Ghanaern hoch anrechne!  

Wir durchquerten mit ihm das Tor und spazierten Richtung Stufen zu dem Wasserfall. Mit den Augen immer auf den Untergrund gerichtet, gingen wir die schätzungsweise 150 Stufen bergab. Den Wasserfall von oben zu beobachten war schon ein atemberaubendes Gefühl, aber wenn man dann unten ankam war das Bild das sich einem bot um einiges prächtiger. 

Wie sich nämlich herausstellte, war es nicht ein Wasserfall, sondern zwei, die parallel nebeneinander von der riesigen Steinwand runterprasselten.  Sie füllten das kleine Becken davor und seitlich war ein kleiner Nebenfluss, wo das Wasser ablaufen konnte. Durch die enormen Wassermengen, die die 2 Kolosse pro Sekunde freigaben, war ein durchgehender Wellengang im Becken und wenn man am Rand des Beckens stand, fühlte es sich an, wie ein dauerhafter Regen. Unser Guide erklärte uns, dass links der männliche und rechts der weibliche Wasserfall ist, Überbleibsel von den Naturreligionen. 
Obwohl ich sagen muss, wenn man solche Phänomene, und das sind nicht die einzigen in Ghana, vor der Nase hat und diese nicht auf normalen Weg erklären kann, kann man schon an eine höhere Gewalt glauben. Beeindruckt von den Wasserfällen gingen wir die Stufen zurück zum großen Gelände, wo wir einen anderen Guide bekamen, der uns zum Umbrella Stone brachte. Wir folgten ihm durch einen schmalen Weg Richtung Busch, bis wir irgendwann mittendrin waren. Es ging holprig bergab und dann noch steil bergauf. Die unglaubliche Artenvielfalt an Bäumen und Vögel die diese unangetastete Natur hervorbringt, gleicht einem kitschigen Film.

Wir erreichten als erstes die Höhlen, wo sich die Menschen in den früheren Kriegen versteckten, bis wir nach weiteren 20 Minuten einen Blick auf den Vorsprung des Umbrella stones erhaschten.



Eine Schulklasse von Accra hatte zum selben Zeitpunkt eine Exkursion  und deshalb waren dort so um die 20 Leute. Der monströse Stein hatte ein Ausmaß von ungefähr 15 mal 10 Meter und lag auf einem Stein darunter, der gerade mal ein Fünftel seiner Größe hatte. Über eine Leiter konnte man auf die Oberfläche steigen und in die schier unendlichen Weiten des Urwaldes blicken. Hin und wieder sah man vereinzelt Häuser, man konnte sie aber auf einer Hand abzählen.
Der Rest war dichtest durchwucherter Wald mit, von der Natur, abgeschliffenen  Steinwänden die abermals eine Symbiose mit dem Umgebung schaffte. Als wir dieses beeindruckende Spektakel bewunderten, rauchten wir zwischendurch eine, tranken Wasser und ließen dieses Gefühl der Freiheit auf uns wirken. Wir verweilten etwa 25 Minuten bei dem Stein und machten uns dann munter weiter auf den Weg, da wir uns entschlossen hatten, gleich einen weiteren Wasserfall zu besuchen.
Da unser Guide mit dem Ausflug einverstanden war gab es für uns keine andere MöglichkeitJ. So machten wir uns fröhlich auf den Weg zu unserer letzten Station an diesem Tag. Wir kamen noch bei einem kleinen Dorf vorbei, wo wir noch kurz mit den Bewohnern sprachen, verweilten aber nur kurze Zeit. Der Weg zu den Akaa Falls war eine Schotterstraße die, nach den letzten Eindrücken, wenig zu bieten hatte. Glücklicherweise fuhr ein Bus mit Studenten aus Accra vorbei, die uns ohne Wenn und Aber bis zu den nächsten Wasserfällen mitnahmen. Bei den Acaa Falls angekommen mussten wir dann nochmals 5 Cidis zahlen. Nach dem wir dem Kontrolleur das Geld überreichten, schlurften wir den Weg entlang, bis wir wieder zur Stufen kamen. Wir tappten die Stufen hinunter und konnten das dritte gewaltige Naturereignis schon hören.


Im Gegensatz zu den Boti falls, war der Akaa Fall „nur“ ein Wasserfall, der aber über 2 Ecken die Wassermengen schleuderte. Zu meiner Zufriedenheit konnte man zu diesen Wasserfällen näher herangehen, bis man fast direkt davor stand. Die Wucht, wie das Wasser von oben auf die Wasseroberfläche stürzte, löste eine richtige Windböe aus, die man aus der Entfernung gut spüren konnte.











Abermals von den Socken gerissen, aber auch gut entkräftet machten wir uns nach einer kurzen Pause wieder auf den Rückweg. Bei der TroTro Station angekommen gab jeder den Guide noch 5 Cidi für den Rundgang und dann machten wir uns mit unbeschreiblichen Bildern im Kopf auf den Weg zurück nach Koforidua. 


Im Hotel angekommen, konnte ich dann am Samstag mein Einzelzimmer in Besitz nehmen und war über eine längere Pause und eine bisschen Privatsphäre schon sehr froh.
Die Rückreise von Koforidua nach Kwamekrom verlief dementsprechend ruhig und wir erfreuten uns an diesem Abend an Fufu und Banku J

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Schulwoche und Farm


Dieser Eintrag kommt etwas verspätet und ich werde mich in diesem Fall auch kürzer fassen, weil in dieser Woche und dem darauffolgendem Wochenende im Vergleich wenig passiert ist.

Letzte Woche hatten wir in begonnen die Gruppenarbeiten in eine Art Wochenarbeit umzufunktionieren, um die Teamarbeit zu steigern. Bis auf eine Gruppe, meisterten die Schüler die Aufgaben sehr gut und zu unserer Überraschung auch mit einer Teamfähigkeit die uns in den letzten Wochen abgegangen ist. Naja bis auf die eine Gruppe wo die besseren Schüler allein gearbeitet haben und die Lernschwachen hinkten hinten nach. Nach mehrmaligen Gesprächen mit der Gruppe konnten wir aber langsam Fortschritte erzielen, jedoch wissen wir, dass es noch ein langer Weg ist bis sie wirklich verstehen was der Sinn dahinter ist. Ich habe mit Verena gesprochen und sie war einverstanden, dass ich am Donnerstag in Sport ein Fußball Training mit unserer Klasse machen kann. Ich hoffe, dass sie sich nicht nur am Spielfeld als Team sehen, sondern diesen Zusammenhalt auch in die Klasse mitbringen. Julia und Verena haben mit den Mädchen ein Volleyballtraining begonnen und arbeiten in dieselbe Richtung. Ich habe begonnen Trainingspläne zu erstellen schon langsam an der Aufstellung zu feilen, wusste aber nicht, dass diese Aufgabe so viel Zeit verschlingt. Wir haben 15 Burschen in der Klasse, genau die richtige Menge für ein ganzes Team. Der Vorteil an diesem Training ist, dass ich ihnen nicht nur den Ball gebe und sie 1 Stunde spielen lasse, sondern es auch gut mit Leichtathletik verbinden kann. Wir machen immer Rundläufe am Feld, ich nehme die Zeit bei den 50 Meter Sprints und dass Sprungkrafttraining haben wir auch schon hinter uns. Anfangs war ich skeptisch, weil sich der Altersdurchschnitt in dieser Klasse 12 Jahre ist und ich mir nicht sicher war ob es ihnen so auch gefällt. Zu meiner Überraschung, machten es ihnen sogar riesen Spaß und sie waren mit vollem Einsatz dabei. Werde jetzt diese Woche mit der Ballführung beginnen und einen kleinen Hürdenlauf vorbereiten. Sollte jemand eine gute Idee zum Training haben würde ich mich freuen wenn er mir einen Kommentar hinterlässt oder mich persönlich anschreibt.

Heute haben wir in Mathematik eine Schnitzeljagt vorbereitet, die wir am Donnerstag in der Früh ausprobieren. Da wir an jeden Donnerstag 2 Stunden Mathematik haben, denke ich, dass wir mit der Zeit gut auskommen werden. Bin schon gespannt wie es ihnen gefällt und wie sie sich anstellen. Es wird natürlich wieder in Teams gearbeitet. Ich muss echt sagen, dass mir das unterrichten von Woche zu Woche besser gefällt und die Arbeit mit diesen Kindern eine wahre Erfüllung ist. Das Gefühl, wenn du ein Kind beobachtest und siehst, dass es eine Aufgabe richtig gemeistert hat erfüllt einen mit Glück. Sie können sich einfach für die kleinsten Sachen begeistern und sind so voller Freude wenn sie etwas richtig machen.
Beim wöchentlichen Teachers Meeting hatten wir diese Woche ein paar Themen die Verena auf den Magen schlugen. Da wir schon beim Thema schlagen sind, die Lehrer verstehen einfach den Sinn hinter der Maßnahme nicht, dass man die Schüler nicht schlagen soll. Sobald Verena in der Schule ist, benehmen sie sich nach den Vorschriften (bis auf das zu spät kommen, naja aber das Thema mit der Pünktlichkeit haben wir eh schon öfters durch J ) Sobald aber Verena mit Kwaku die Schule verlassen hat, kommt es schon öfters vor, dass ein Lehrer handgreiflich wird oder sogar einen Stock in die Hand nimmt. Sobald wir es sehen, wird auf der Stelle eingegriffen und der Stock entsorgt und aus irgendeinem Grund glauben sie, dass es Verena nicht erfahren wird, was natürlich völliger Irrsinn ist, weil wir es sowieso melden.  Ein weiteres Thema war, dass einiger der Lehrer einfach vom Unterricht fernbleiben ohne, dass sie etwas sagen. Es kommt auch weder ein Anruf von ihnen, genauso wenig sagen sie es einen anderen Lehrer. Während des Teachers Meeting hatte ich das Gefühl, dass einige der Lehrer vom Denken her mit den Schülern vergleichbar waren. Sie saßen mit gesenktem Kopf in einem Halbkreis und haben nicht einmal probiert über diese Situationen zu reden. Hin und wieder kam einem der Lehrer ein Lacher aus wenn ein anderer Mist gebaut hat. Ich sah wie gesagt, wenig unterschied zu unseren Schülern, was meiner Meinung nach mit der fehlenden Bildung der letzte Jahrzehnte in Ghana zu tun hat. Wenn man die BRIGHT STAR INTERNATIONAL PRIMARY SCHOOL (unserer Schule) mit den öffentlichen Schulen vergleicht, sind wir ihnen bei weitem voraus. Wir verfolgen eher die Europäischen Lehrmittel und arbeiten auch meistens mit unseren Büchern. Den riesen Vorteile die wir noch in dem System unserer Schule genießen ist, dass wir, wie schon im vorigen Blog beschrieben, eine komplett freie Unterrichtsgestaltung haben und der Schüler immer im Mittelpunkt unserer Interessen steht. Wir organisieren den Unterricht weniger Frontal, sondern gehen mehr in ein offenes Lernen über.

Das Wochenende darauf, verbrachten wir wie das erste auf der Farm. Nach einem gemütlichen Freitagnachmittag, wo wir uns in Adawso mit den nötigen Überlebenskits eindeckten. Wir besorgten uns also Kekse und ein paar Rollen Klopapier. Die größte Summe an Cidis, ging dann für 5 Packungen Spaghetti, 3 Dosen Tomatensauce, eine Packung Zwiebel und eine Packung Knoblauch drauf. Wir hatten Lisbeth und Gifty (Die überaus netten Damen die uns täglich bekochen) versprochen sie am Sonntag mit Spaghetti zu verwöhnen. Da wir natürlich nicht nur die 2 einladen konnten mussten wir uns mit Vorräten, für 16 Personen eindecken. Das Aufkommen am Markt, war wie jedes Mal enorm, aber ich hatte das Gefühl, das uns die Leute jetzt schon kennen und die Blicke der Händler und anderen Leuten wurden weniger zu einem starren sondern zu einem gegenseitigen zunicken. Nach dem wir die Einkäufe in Windeseile erledigten, machten wir uns gegen 17 Uhr wieder auf den Weg zurück nach Kwamekrom. An diesem Abend aßen wir noch  Banku und Jam und ich legte mich gegen halb 8 ins Bett, da wir am nächsten Tag früh rausmussten. Als mich das Lied „Toxicity“ von System of a Down, in den Schlaf begleitete (zwar nicht gerade das ruhigste Schlaflied, bin aber in letzter Zeit wieder auf den Geschmack gekommen) hatte ich einen 9 stündigen geruhsamen Schlaf.

Als ich gegen 6 Uhr durch die Sonnenstrahlen, die durch das Mosquitonetz am Fenster funkelten, aufwachte, wanderte mein erster Blick auf das Handy, genauer gesagt auf die Uhr. 6 Uhr, ist ja wieder Zeit zum Aufstehen. Als ich mich langsam aufrichtete und mir meine Sachen zusammensuchte, versuchte ich mich zu erinnern wann ich das letzte Mal an einem Samstag um diese Uhrzeit aufstand. Es muss schon eine Ewigkeit aus gewesen sein und wahrscheinlich vor der Zeit wo ich zum fort gehen angefangen habe. Als ich mein Zimmer verließ und noch halbverschlafen zum Vorraum unseres Heimes kam, merkte ich schon, dass Julia nicht nur munter, sondern schon wieder voll im Tag war. Sie stand schon in der Küche im gegenüber liegenden Haus und machte uns das Wasser für den Kaffee über einem offenen Feuer warm. Hammer dachte ich, putzte mir die Zähne und lies mich in einem der Gartensessel fallen. Mit der Zeit kam dann auch Karin und wir aßen gemeinsam das Frühstück. Es besteht entweder aus Sugar- oder Teabread das wir mit einer Art Butter beschmieren, hin und wieder nehmen wir auch noch Erdnussbutter falls wir etwas Abwechslungen haben wollen. Nach diesem nahrhaften Frühstück ;), machten wir uns auf den Weg zur Farm. Julia und Karin gingen mit Albert und Lisbeth und ich ging wieder zu Ado auf die Farm. Ich unterschätze wie beim letzten Mal den Weg zur Farm und kam schon bevor ich dort war ins Schwitzen. Ich war wenigsten in diesen Fall so Intelligent und bereitete mir genügend Wasser für den Tag vor. An der Farm angekommen wurde ich gleich mit einem breiten Grinsen von Ado begrüßt, der wie jeden Tag schon mindestens 1 Stunde dort war. Wir gingen den üblichen Rundgang er erklärte mir wie sich die Felder im letzten Monat entwickelten und zeigte mir dann ein kleines Ananasfeld, dass wie er meinte,  für mich angelegt wurde. Das Feld war ca. 20 mal 30 Meter groß und mit jede Menge Ananas gefüllt.  Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich mich wahrscheinlich eher  schlecht als Recht um das Feld kümmere, da ich auch keinerlei Erfahrung habe. Er winkte mit einem Lachen ab und entgegnete, dass ich mich darüber keine Sorgen machen soll. Im Laufe des Vormittags bestellten wir ein Feld mit Cassava (eines der Zutaten für Fufu). Wir arbeiteten gut 3 Stunden und ich musste öfters eine Pause machen, weil an diesem Tag die Sonne für mich schon fast unerträglich heiß war. Gegen 10 Uhr gab es dann Jam zum Essen und dann wurde munter weitergearbeitet. Wie fast immer bestanden unsere Themen aus der Landwirtschaft und wir fluchten gemeinsam über miese Bezahlung der größeren Firmen, die den Farmern so viel Geld abknöpfen dass sie kaum überleben können. Das meiste des Geldes das sie verdienen, muss dann wieder für die Pestizide ausgeben, die selbst für die Ghanaischen Verhältnisse zu hoch sind. Trotz alledem geht er, sowie die anderen Farmer, 6 Tage die Woche für 11 Stunden auf die Farm, ohne Urlaub oder einer richtigen Auszeit. Wir arbeiteten bis Mittag weiter und dann gab es noch Fufu und zu meiner Überraschung, aber auch Freude mit einem Huhn. Gegen 3 musste ich mich dann von ihm verabschieden, da ich den Jungs im Dorf versprochen hatte das wir eine Fußball Training machen.

Gesagt getan traf ich mich mit den Kids auf dem Fußball Feld. Sie warteten schon 10 Minuten und ich musste nur noch kurz die Bälle holen und dann ging es auch schon los. Nach einem kurzen Aufwärmen und Dehnen, schnappten wir uns die Bälle machten ein kleines Match und trainierten unseren Goalkeeper. Am Ende des Tages war ich so sehr geschafft, dass die meisten meiner Gedanken etwas mit dem Schlafen zu tun hatten. Völlig entkräftet legte ich mich gegen 8 Uhr nieder und war für ein paar Minuten Ruhe so dankbar, dass ich innerhalb von wenigen Minuten mit den Klassikern  von „Seeed“ einschlief.
Sonntag war wieder ein richtig entspannter Tag, wir liehen uns 1 DVD von Verena aus und schauten am Vormittag einen Film am Laptop während alle Kinder in der Schule waren. Tagsüber ist relativ wenig passiert, wir hingen den Großteil des Tages vor unserem Haus ab, waren hin und wieder im Internet, spielten mit den Kindern „one two three I am free“  ist im Prinzip dasselbe wie 1, 2, 3 abschlagen. Am Ende dieses entspannten Sonntages aßen wir noch in Ruhe Fufu und Jam, führten noch ein paar Gespräche und gingen zeitig ins Bett um für die nächste Woche wieder fit zu sein.

LG nach Österreich

Dienstag, 16. Oktober 2012

Strand, Palmen und Big Millys


 
Die Woche in der Schule ist, bis auf ein zwei Situationen, gut gelaufen. Da wir relativ schnell durchgestartet sind, haben wir jetzt beschlossen, dass wir uns auf die ersten Themen spezialisieren um einen besseren Lernfortschritt zu sichern. In Science sind wir mit den Schülern ins Freie gegangen und haben mit ihnen Spiele über die Kontinente und Länder gemacht. Es ist einfach zum Teil so, dass fast keiner der Schüler weiß, wie viel Kontinente es auf der Welt gibt und ein paar wissen nicht einmal das Ghana in Afrika liegt oder wo sich Afrika auf dem Atlas befindet. Nach dem wir einige Spiele am Freitag probiert haben, merkten wir  schon dass sie jetzt mit mehr Begeisterung bei der Sache sind. Ich hoffe nur, dass es kein einmaliges Erfolgserlebnis war und es weiterhin so gut funktioniert.

Am Freitag nach der Schule hatten wir nur wenig Zeit, da wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg zum Big Millys (kleiner Strandabschnitt mit Bar und Schlafmöglichkeiten) machten. Wir packten schnell alles zusammen, was wir für ein Wochenende brauchten. Wir mussten dann zwar noch 20 Minuten warten, weil es hier mit der Pünktlichkeit nicht so ernst genommen wird ;). Aber nachdem man sich eh schnell an diese Situation gewöhnt, spielte das keine große Rolle und wir wussten die Zeit mit einem Nickerchen oder Lesen zu nutzen. Als dann doch das Taxi eintraf, machten wir uns auf den Weg nach Nsawon um einerseits noch ein bisschen Geld abzuheben und andererseits um mit dem TroTro nach Accra zu kommen. Wir hatten eine 50/50 Chance dass der Bankomat funktioniert und waren in diesem Fall auf der glücklichen Seite. Der kurze Aufenthalt in Nsawon reichte nur um einen kleinen Überblick über die Stadt zu bekommen. Bei der  TroTro-Station erwischten wir dann gleich den richtigen Bus und fuhren, auf den scheinbar auseinander brechenden Straßen, Richtung Accra.

Wir fuhren zur größten TroTro Station in Accra mit dem Namen Kaneschi. Der Platz bei dem wir ausstiegen war mit TroTros und Menschen gefüllt. Ich schätze da standen so an die 100 Kleinbusse und aus jedem Bus schrie ein Mann den Ort wo er hinfährt. Man braucht im Prinzip nur den Namen der Station schreien und schon wurde man von Leuten zum richtigen TroTro gebracht. Unseres lag auf der anderen Seite der Straße und wir mussten eine Brücke überqueren. Wir versuchten stets zusammen zu bleiben, da es sich bei diesem Platz um einen Knotenpunkt der Stadt handelte. Von der Bushaltestelle aus ging es flüssig über in einem Markt. Die kleinen Verkaufsstände sind auf engsten Raum zusammengepresst und jeder schreit in alle Richtungen was er zum Anbieten hat. Sollte man etwas brauchen wurde man gleich von 3 Leuten auf einmal angesprochen, der eine zeigt die was er hat und nennt seinen Preis, dann geht es ums feilschen. Wenn der Preis feststeht kommt ein zweiter her und kassiert das Geld, muss aber wenn du es nicht genau hast zu dem Dritten gehen und dir das Wechselgeld holen. Da wir uns ein Schloss kaufen mussten wurde das auch der Fall. Als wir die Brücke erreichten und hinaufstiegen, sah ich erst wie riesig dieses Gelände ist. Der Markt war ungefähr 6-mal so groß wie der Naschmarkt in Wien und es waren tausende von Leuten unterwegs. Angesichts der ganzen Autos die hupten und Menschen die uns immer zugeschrien haben gingen wir behutsam weiter und suchten das richtige TroTro. Nach mehrmaligen Fragen wurden wir dann von den Leuten zum richtigen gelotst. Wir kauften uns noch schnell Plantain Chips (Plantain ist so was Ähnliches wie Bananen und Chips, naja sind halt Chips) und warteten bis sich der Bus gefüllt hatte.  Wir fuhren auf einer gut asphaltierten Straße aus der Stadt hinaus und dann ging es auf der Hauptstraße weiter Richtung Ozean und dem Meer entlang. Neben der Straße waren hin und wieder Hinweise um langsam zu fahren, da die Unfallquote in Accra schon fast grotesk hoch ist. Sollte man, aufgrund eines Staus oder einer Ampel, zum Stillstand kommen rennen gleich eine Hand voll Leute her und wollen dir was auf der Straße verkaufen. Einer bot uns sogar Klopapier an, weiß wohl wie es den Europäern mit dem Darm in Afrika geht ;). Wir erreichten einen kleinen Berg und man konnte das Meer dahinter schon riechen. Die Straßen wurden wieder schlechter und das Bild das mir hinter dem Berg bot war erschreckend. Links der Straße dem Strand entlang, lebten die Familien in 10 Quadratmeter Lehmhütten unter dem Existenzminimum während auf der rechten Seite eine Villa größer wie die andere war. Diese wurden auf einer Anhöhe in den Berg gestanzt. Die Villen wurden im Gegensatz zu ihrer Größe nur in ihrer Baukunst übertroffen. Alle waren mit einer 4 Meter Mauer umzingelt und darauf befand sich Stacheldraht. Dieses Bild bot sich uns über eine Strecke von ca. 10 Kilometern. Das TroTro kam bei einer kleinen Kreuzung zum Stillstand, der Kassier gab uns noch schnell ein Zeichen und wir verließen den Bus. Nach dem wir noch kurz Zigaretten kauften machten wir uns auf den Weg Richtung Strand. Auf dem Weg zum Meer trafen wir dann auch noch gleich mehrere Volunteers und andere Weltenbummler und ich merkte schon das der Reiseführer nicht zu wenig versprochen hatte. 


Wir gingen durch einen blauen Torbogen in das Innere des Geländes. Es war eine große Fläche mit einer Bar und einer Bühne. Hinter der Bühne waren die Unterkünfte im freien für 5 Cidis (2,20 €). Es war eine überdachte Fläche mit 15 Betten die nebeneinander gereiht waren. Vor jedem Bett war eine Truhe für die Wertsachen und den Rucksack, ein Schloss musste man aber selber mitnehmen. Im hinteren Bereich der Anlage waren kleine Hütten die man auch mieten konnte. Es gab 2 Duschen wo man sich jeweils unter dem freien Himmel mit dem Kübel duschte. Es waren überall kleine Verkaufsstände von den Einheimischen die Ketten, Gewänder und Stoffe in den unterschiedlichsten Farben anboten. Da wir relativ spät ankamen mussten wir gleich die Bestellung fürs Essen aufgeben und dann ging es noch kurz zum Strand. Als es langsam dunkel wurde gingen wir zurück um unser Essen entgegen zunehmen. Ich bestellte Würstel mit Salat und es war herrlich wieder einmal Fleisch und Salat zu essen. Wir genossen jeden Bissen und wir ließen uns mit dem Essen Zeit. Der Bereich wo wir aßen war mit Leuten aus der ganzen Welt gefüllt. Da waren Briten, Amerikaner, Chinesen, Inder,… es war ein heiteres AufkommenJ. Nach dem wir unser Biere ausgetrunken hatten, gingen wir in den 2. Stock eines Bambus/Strohhauses und schauten noch durch die offenen Flächen in die Weiten des Ozeans der schier unendlich scheint. Es war ein traumhafter Abend und nach ein paar Gesprächen, hörte man schon die Trommlerband die gerade mit ihrem Auftritt anfingen. Sie spielten anfangs noch ruhige Trommelrythmen, die aber nach und nach an Geschwindigkeit zunahmen. Zwischendurch gingen die Mitglieder der Gruppe in den Vordergrund und machten beeindruckende Tänze. Nach ein paar Bier machten wir uns dann gegen 12 Uhr auf den Weg ins Bett. Es war ein angenehmer Tag und die Musik begleitete uns noch bis in den Schlaf.




Am Samstag sind wir um 8 Uhr aufgestanden und gingen nach dem Zähneputzen zum Frühstück. Es war mein erstes Richtiges Frühstück seit einem Monat (Wir bekommen schon Frühstück aber das besteht aus Reis und einer Tomatensauce). Ich bestellte mir  Bananen Pfannkuchen und einen Kaffee, Karin aß eine Gemüseomlett und Julia ließ sich Kokosnuss- und Bananen Muffins auf der Zunge zergehen. Wie beim Abendessen ließen wir uns für das Frühstück Zeit und genossen die Umgebung und das Rauschen des Meeres im Hintergrund. Nach einer Weile überkam uns das Gefühl an den Strand zu gehen, wir zogen uns schnell und wanderten mit dem Handtuch Richtung Meer. Es sind mindestens 5 Schilder auf dem Weg die darauf hinweisen keine Wertsachen mit zum Strand zu nehmen, da dort eine sehr hohe Rate an Diebstählen passieren. 

Wir wussten über diese Situation Bescheid und es ist trotzdem nicht leicht den Kindern zuzusehen, wie sie sich annähern und probieren dich Abzulenken während hinter dir ein anderes Kind die Sachen stehlen will. Es ist und bleibt die wahre Situation in der sich das Land noch befindet. Ich habe mich mit einen 50er Sonnenschutz mitgenommen, weil ich auf Nummer sicher gehen wollte. Bei der Sonne und den Temperaturen hätte ich eine noch Stärkere gebraucht. Wenn man am Strand liegt merkt man die Hitze nicht so, weil der Wind immer über einem weht. Nach dem es mir dann doch ein bisschen zu heiß wurde, packte mich die Lust ins Meer zu gehen. Es war ein guter Wellengang, der mir hin und wieder die Beine unter dem Körper wegriss. Als ich den Rhythmus der Wellen beobachtete, zauberte der Gedanke das ich mitten im Oktober im Atlantischen Ozean schwimme ein Lächeln in mein Gesicht. Ich wechselte im 30 Minuten Turnus vom Strand in das Meer. Wir verbrachten gute 4 Stunden am Strand, sprachen mit ein paar Einheimischen und kauften ein paar Andenken von den wandernden Händlern. Als uns die Hitze ein deutliches Zeichen in die Haut brannte zogen wir uns, zu unseren Betten zurück und gingen Duschen. Am selben Tag traf ich noch einen Musiker von Accra mit dem ich mich auf Anhieb gut verstand. Am Anfang war ich noch ein bisschen skeptisch da so ziemlich alle mit denen du redest sofort deine Nummer haben wollen und dich fragen ob du sie nach Europa mitnimmst. 


Aber als ich ihn näher kennen lernte und wir über die kulturellen Unterschiede sprachen, wusste ich, dass man mit ihm offen reden kann. Wir redeten über die Situation von den Strandkindern, die hohe Arbeitslosigkeit und die Lügen die, die Regierung verbreitet um Stimmen zu bekommen. Er erzählte mir auch das, mal einer eine Schule für die Strandkinder bauen wollte und die Regierung immer mehr Geld verlangte bis er es sich irgendwann nicht mehr leisten konnte. Wie kann eine Regierung so arbeiten? Wenn man sich dann noch überlegt, dass Ghana als Vorzeigeland für Afrika dient was  Regierungsarbeit, Infrastruktur und Bildung betrifft, merkt man schon das da noch einiges schief läuft. Wir diskutierten und quatschen den langen Tag auf dem Balkon der Hütte. Am späten Nachmittag bestellten wir dann unser Essen und gegen 7 verzehrten wir es.



Am Abend bereitete sich die Reggaeband auf ihren Auftritt vor. Langsames einspielen und ein paar kurze Refrains von den Liedern waren der Anfang. Als sich die Sitze füllten und die freien Barhocker immer weniger wurden begannen sie zum Spielen. Viele Leute tanzten und der innere Bereich wurde richtig schön gefüllt, zwischen den Reisenden und Volunteers gesellten sich auch Bewohner von Accra zu den Leuten und der Musik. Gegen 11 packte mich die Lust nochmals ins Meer zu gehen, erstens weil ich noch nie bei Nacht im Atlantischen Ozean war und zweitens weil es nach einen so entspannenden, geruhsamen Tag kein besseres Ende geben könnte. Was tagsüber schon ein beeindruckendes Schauspiel war, war meiner Meinung nach nachts, noch gewaltiger und interessanter. Das Blau des Meeres verdunkelte sich, je weiter man hinausschaute. Man konnte den Übergang zwischen Meer und Himmel gar nicht erkennen, weil die Farben so miteinander verschmolzen waren. Und über mir eine klare Nacht, mit einer Anzahl an Sternen wo wir in Österreich nur träumen können. Ich ließ diesen Moment gut 20 Minuten auf mich wirken, da es, auch wenn es noch so schön ist, in der Nacht trotzdem schon kalt werden kann, vor allem im Meer. Nach dem letzten Besuch im Wasser ging ich noch einmal in Ruhe duschen, schaute noch kurz zur Bühne und legte mich dann gegen halb eins ins Bett um den Abend ausklinken zu lassen.


Am nächsten Morgen wurden wir von den Sonnenstrahlen geweckt und es hatte um 8 Uhr morgens wieder um die 30 Grad. Als ich Aufstand um meine Sachen zusammenzusuchen merkte ich wie sich der Sonnenbrand von dem Genick über die Schultern bis zu den Armen ausbreitete.  Ich hatte das Gefühl als würde mein Körper 40 Grad haben. Am Morgen sind wir dann noch mal richtig Frühstücken gegangen und machten uns dann gegen 10 auf den Weg nach Accra, in die Accra Mall.

Die Accra Mall ist ein Einkaufszentrum wie wir es in Österreich kennen, auf höchst modernen Stand mit AppleStore, Panasonic, Supermarkt, … Hier war nur die Oberschicht von Ghana zugange, die Preise entsprachen den unseren und das gesamte Gelände hatte in keinster Weise etwas mit dem Ghana zu tun, wie ich es im ersten Monat kennen lernte. Wir schauten uns ein bisschen um gingen in den Supermarkt um uns mit Essen für tagsüber einzudecken und bestellten und dann später eine Pizza im Restaurant. Als wir dann alles zusammen hatten, machten wir dann wieder auf den Weg nach draußen um ein TroTro nach Nsawon zu erwischen. Draußen bot sich uns wieder derselbe Anblick. Nicht einmal 20 Meter von der Mall entfernt, standen die Bewohnern wieder bei ihren kleinen Geschäften, Kinder bettelten um Geld und die Leute starrten dich an. Wir entschlossen uns für ein Taxi bis zur nächst größeren Station da die Zeit schon ein bisschen knapp wurde. Der restliche Tag verging dann noch relativ schnell die letzten Fahrten vergingen für mich in Windeseile und wir erreichten Kwamekrom noch bevor die Sonne unterging. Da wir alle ziemlich geschafft waren aßen wir noch schnell das Fufu und gingen dann mit einem gut gefüllten Magen und einem wieder völlig funktionsfähigen Gehirn ins Bett um die nächsten Tage in der Schule so gut wie möglich zu arbeiten.


LG nach Österreich